Studenten feiern oft, viel und meist auch etwas exzessiver als der bereits im Berufsleben angekommene. Denn in die Vorlesung kann man schließlich auch mit gefühlten 1,5 Promille Restalkohol oder man bleibt halt mal liegen wenn einem nicht nach aufstehen ist, fängt erst nachdem Mittagsschlaf an produktiv zu sein und besorgt sich die Notizen am nächsten Tag.
Die beliebtesten Ausgehtage für deutsche Studenten sind der Mittwoch oder Donnerstag und in dementsprechend verschlafene Gesichter gucken die Profs an den darauffolgenden Tagen in den Frühstücksvorlesungen. Die irischen Profs wollten sich das letzte Woche komplett ersparen, deswegen brauchte ich bis auf zwei Stunden nicht in die Uni.
Der Grund: die Rag Week 2008. Ab dem 18. Februar fanden hier eine Woche lang von der Studentenunion organisierte Events, wie z.B. Bungeejumping auf dem Campus und diverse Partys statt, die dazu dienten Spendengelder für wohltätige Zwecke zu sammeln. Im Klartext: unter dem Deckmäntelchen der Nächstenliebe wurde eine Woche lang durchgehend gesoffen. Und zwar sobald man die Augen auf bekam bis in die frühen Morgenstunden. Drei der vier Sligoer Nachtclubs hatten jeden Tag für das feierwütige Volk geöffnet und die bei Studenten beliebtesten Pubs waren schon am späten Vormittag gerammelt voll. Dort drückte sich die Wohltätigkeit übrigens durch eine Klingelbox neben jeder Kasse aus
Ich hab mir das ganze auch an einem Tag gegeben und hab am Montag gegen 15 Uhr (kein Bier vor vier, oder wie war das???
) mein erstes Pint getrunken. Und obwohl wir durch die Pubs gezogen sind, konnte ich die Iren nicht mehr einholen (O-Ton: “Wie Du bist deutsch und brauchst ne halbe Stunde für ein Bier??”) und so bin ich dann doch tatsächlich noch aufrecht und nicht auf allen vieren ins Toffs (einer der Diskos hier). Und zu meiner großen Überraschung gab es endlich, endlich mal gute Musik, so dass ich den Rest des Abends zu The Killers, den Arctic Monkey, The Kooks, Goldfrapp über die Tanzfläche gefegt bin.
Den Rest der Woche habe ich dazu genutzt die Wohnung aufzuräumen (werde ich alt und spiessig??), eine HRM Präsentation vorzubereiten und etwas mehr arbeiten zu gehen um mir meinen Märzausflug nach Dublin zu finanzieren. Am lustigsten wars am Donnerstag denn da fand die von O2 gesponserte Headphone Disco (Kopfhörer Disko) im Envy statt. Die Gäste bekamen schnurlose Kopfhörer und konnten damit über zwei verschiedene FM Kanäle Musik von zwei verschiedenen DJs empfangen. Das sah dann etwa so aus: