Kultur verbindet – das konnte ich hier wieder mal feststellen. Ein Faktor ist die Sprache, denn obwohl sich mein Englisch schon gravierend verbessert hat, so präzise und auf den Punkt genau wie im Deutschen, kann ich mich im Englischen immer noch nicht ausdrücken. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Iren in ihrem alltäglichen Sprachgebrauch nur sehr wenige Wörter benutzen – und in Gesprächen lernt man schließlich sehr vieles. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern ob es in London damals genauso war, so stark aufgefallen wie hier ist es mir allerdings nicht.Unsere Englischlehrerin erklärte uns das in den Einführungswoche damit, dass Englisch ja nicht die eigentlich Muttersprache der Iren wäre und sie sich immer dagegen gewehrt hätten die ihnen von den Engländern aufgezwungene Sprache anzunehmen.
Das führt in der Konsequenenz dazu, dass einige Iren gravierende Fehler machen, bei dem jedem Englisch Lehrenden die Haare zu Berge stehen würden. “He do go to church”. Ähm ja. Auf meine Frage nach dem Warum antwortete der Arbeitskollege, der den obigen Satz von sich gab mit breitestem Waterfordakzent “You know, they forced their language upon us and therefore we abuse it every day” (Sie haben uns ihre Sprache aufgezwungen und dafür missbrauchen wir sie jeden Tag)
Gaelisch beherrschen die meisten Iren, sofern sie nicht aus den nördlichen Counties kommen, aber auch nur bröckchenweise. Wobei das allerdings wieder besser wird, da sie seit einiger Zeit in der Schule Gaelisch lernen müssen.
Zurück zum Ausgangthema: zur Kultur gehört ja auch das Essen und kulinarisch gesehen orientiert sich die irische Küche leider zu sehr an der US-amerikanischen. Wie bereits früher beschrieben, ernähren sich die meisten Iren hauptsächlich von Fast Food, das mir mittlerweile schon zum Hals raushängt! Als ich mit Chris (auch ein deutscher Erasmusstudent) beim Kaffeetrinken ins Schwärmen über Kartoffelsuppe, Milchreis, Gulasch und andere kulinarische Highlights kam, beschlossen wir einmal in der Woche was Richtiges zu kochen. Nach Pörkölt (ungarischer Gulasch), Lachs auf Blattspinat und Moussaka (griechischer Hackfleischauflauf mit Auberginen), gabs letzte Woche Pfefferfleisch mit Kartoffelpü. Nach einigen hitzigen Diskussionen, wie man Zwiebeln richtig schneidet, habe ich Chris dann doch mal an den Herd gelassen und das kam bei raus:

[...] Nachdem ich in den letzten Wochen kräftig an meinen Kochfähigkeiten gearbeitet habe (und geschult wurde), habe ich diese Woche etwas dieser neu erlernten Fähigkeiten angewendet, um profane Spaghetti mit [...]